Impedition, Unternehmen, Organisation, Mitarbeiter, Management, Unternehmenskultur, Expeditionsmobil

Vorsicht Kopfmonopol – lasst euch nicht verführen …

Was könnt ihr tun, wenn ihr euch einen Maier eingefangen habt? Oder eine Müller … – wie eben bei euch der oder die heißt, der alles weiß. Bei dem es heißt, wenn es um komplizierte Fragen geht: „Frag’ am besten den Maier“ – „Frag’ am besten die Müller“ – euren Mann oder eure Frau für besondere Aufgaben – an die sich die Mitarbeiter immer dann wenden, wenn Anfragen nicht 08/15 sind.

007 Maier gewissermaßen. „Maier, James Maier …“ – das Problem dabei ist: Wenn ihr euch einen Maier eingefangen habt, verzichtet ihr auf eine Menge Potenzial im Unternehmen. Was also tun?

Was wäre, wenn der Maier nicht mehr da wäre?

Woran erkennt ihr, dass ihr einen Maier im Unternehmen oder in eurer Abteilung habt? Der eindeutigste Hinweis darauf ist, dass Projekte stocken, wenn er nicht da ist. Dass sich Lücken auftun, weil niemand außer ihm diese oder jene Information hat. Ihr stellt dann fest, dass einer eurer Mitarbeiter ein Spezialist für neuralgische Informationen ist. Das Spezialistentum, das der Herr Maier sich erarbeitet hat, macht ihn unentbehrlich. 

Niemand weiß, was er weiß. Niemand hat ein solches Gedächtnis für dies und das. Wenn er nicht da ist, wenn er im Urlaub ist oder krank oder wenn er aus dem Unternehmen ausscheidet, dann habt ihr ein mächtiges Problem. Dann steht der Betrieb still. 

Der Maier ist nicht das größte Problem

Aber nicht das ist das größte Problem, das ihr habt, wenn ihr einen Mitarbeiter in eurem Unternehmen habt, der auf wichtige Information ein – wie Mike es gerne nennt – Kopfmonopol hat. Einen, dem niemand in den Kopf schauen kann und der mitnimmt, was er im Kopf hat, wenn er geht. Denn ein noch größeres Problem ist: Dass eure Mitarbeiter, vielleicht ja auch ihr, den Maier zu dem gemacht habt, was er ist – und dass ihr somit eine Menge Potenzial im Unternehmen verschenkt.

Eine Abkürzung, die nach nirgendwo führt

Denn ein Maier ist ein deutliches Zeichen dafür, dass bei den Mitarbeitern im Unternehmen der Wille oder die Möglichkeit fehlt, sich selbst einzuarbeiten oder sich selbstverantwortlich Gedanken zu machen. Habt ihr erst einmal einen alleinigen Wissensträger in eurer Mitte herangezogen, dann ist das immer einfacher, ihn zu fragen, als selbst zu denken.

So entstehen Prozesse, welche ein Team schwächen, statt es zu stärken. Ein Maier ist oft, wenn er uns bei unseren Impeditionen  begegnet, ein „Prozess neben anderen Prozessen“, er fällt raus, läuft neben den Standardprozessen. Und nicht weil er mehr an Erfahrung oder an Können hat, sondern weil er Wissen hortet.

Gerne kommt es zum Beispiel vor, dass die Führungskräfte, weil es für sie bequemer ist, den Maier anrufen und etwas am Team vorbei klären. Oder die Mitarbeiter suchen die schnelle Antwort, weil ihnen der Maier als Abkürzung dient. Oder es wird auf das tradierte Wissen des Maier zurückgegriffen, auf die alten Lösungen, die bei alten Problemen einmal geholfen haben, anstatt im Team nach neuen Lösungen für die aktuellen Probleme zu suchen.

Beware of Maiers

Ein Maier ist verführerisch aus vielerlei Gründen, aber alles, was bei euch das Kopfmonopol stärkt, ist mit Vorsicht zu behandeln. Mein Rat ist: Setzt nicht auf einen Spezialisten für die besonderen Informationen, sondern setzt lieber darauf, dass ihr euch breit aufstellt (gerne auch mit technischem Support und Datenbankunterstützung). Dass die Informationen fließen können, damit sich Wissen auf vielen Schultern verteilt und die Köpfe offen werden für selbst denken. Nur so habt ihr ein Team beisammen, dass sich gegenseitig befruchtet und leistungsstärker machen kann. Das trainiert ist, als Team zu agieren. Nur wenn ihr euch nicht auf den Maier verlasst, könnt ihr über den Tellerrand schauen. 

Fragt euch also, warum ist es in eurem Unternehmen, in eurer Abteilung so verführerisch, den Maier anzurufen? Was könnt ihr tun, damit niemand mehr auf die Idee kommt, nach Maier zu rufen? Oder fragt eher warum machen wir das? Welche Abläufe haben sich vielleicht bei euch eingeschlichen, die unterm Strich dafür sorgen, dass die Mitarbeiter Maier fragen? Welche Themen werden an Maier gerichtet?

Was könnt ihr also tun, wenn ihr euch einen Maier eingefangen habt? Nun  – schmeißt ihn raus. Jedenfalls aus den Köpfen eurer Leute, aus euren Köpfen.

Eure Anke

Vorheriger Beitrag
Getrennte Wege für mehr Unternehmenserfolg – wir sind zwei und frei und unterwegs mit dem Glückseligen
Nächster Beitrag
Jetzt seid mal schön kreativ! Aber verändert bloß nichts!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

Menü