Benefits fürs Team - wirksame Arbeit

Zu viel des Guten? Wie viele Benefits brauchen eure Mitarbeiter wirklich?

„Langsam habe ich das Gefühl, dass ich meine Mitarbeiter bemuttere. Ich kann ihnen ja nicht ständig Zucker in den Arsch blasen, oder?“ Robert schüttelte resigniert den Kopf. Nach unserem Gespräch war mir klar: Dieser Chef hat sich wirklich Gedanken gemacht, was er seinen Mitarbeitern bieten kann. In seiner Firma gibt es zahlreiche Benefits. Er hat es wirklich gut gemeint.

Und trotzdem fehlen die Fachleute in seinem kleinen Bauunternehmen. Die Auftragslage ist gut, der Arbeitsplatz sicher, die Arbeit flexibel. Sogar in die räumliche Ausstattung des Unternehmens hat Robert nochmal investiert. Damit seine Mitarbeiter es so schön wie möglich haben und bei dem Unternehmen bleiben. Jetzt sitzt er vor mir und fragt sich: War all der Aufwand zu viel? Nutzen seine Mitarbeiter all die Benefits, die er in den vergangenen Monaten geschaffen hat, nur aus? Arbeiten die überhaupt noch?

Nur ausgenutzt?

Inzwischen steht in Roberts Betrieb neben Wasser, Kaffee und Obst auch ein Kicker. Eine Top Ausstattung, samt Ruhelounge und Dachterrasse sowie Angebote zur Gesundheitsförderung sind nur ein Teil der Mitarbeiter-Benefits. In der Baufirma herrscht die Regel: maximale Flexibilität. Selbstbestimmtes Arbeiten.

„Hast du denn das Gefühl, das wird von deinen Angestellten ausgenutzt? Dass keiner mehr arbeitet?“

Robert zuckt mit den Schultern. „Unter der Woche schon. Da komme ich doch ins Grübeln, ob das alles so richtig ist, wenn Arbeitsplätze leer bleiben. Aber wenn ich samstags zufällig am Firmengebäude vorbeifahre, sehe ich schon öfters Autos von meinen Leuten auf den Parkplätzen.“ In diesem Augenblick erkannte Robert auf meine Nachfrage hin selbst, dass seine Mitarbeiter sich die Arbeit durchaus flexibel einteilten – dieses Angebot also keinesfalls ausnutzen.

Wo ist die Grenze?

Loslassen. Das ist ein Schritt, der vielen Geschäftsführern schwerfällt. Auch Robert. Umso wichtiger ist es, diesen Schritt zu wagen, so wie Robert es getan hat. Denn eure Angestellten sind erwachsene Menschen, die selbstständig denken, sich ihre Zeit einteilen und eigene Entscheidungen treffen können. Und so solltet ihr sie auch behandeln.

Und was ist mit den ganzen Benefits? Anke und ich haben die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, Teamleistungen zu honorieren. Incentives können kontraproduktiv sein, wenn sie zu sehr auf Einzelpersonen ausgerichtet sind. Teamevents oder Benefits, die den Zusammenhalt stärken, sind dagegen ein super Ausgleich zu der selbstbestimmten, flexiblen Arbeitsweise.

Benefits – für die Zukunft

Gerade in den aktuellen Zeiten des Fachkräftemangels müssen Unternehmen mehr denn je etwas für ihre Mitarbeiter tun. Nicht nur um neue zu gewinnen, sondern vor allem auch, um erfahrene, gute Mitarbeiter zu halten.

Deswegen war ich auch begeistert von Roberts Überlegung, in Zukunft eine eigene Kita für das Personal aufzubauen. Damit unterstützt er Mütter und Väter in seinem Unternehmen bei der teilweise fast aussichtslosen Suche nach einem Betreuungsplatz für den Nachwuchs. Was mir an dem Gedanken so gefällt? Diese Idee zeigt, dass er langfristig und zukunftsorientiert denkt. Wo stehen wir in fünf Jahren? Was braucht dann meine Firma? Was brauchen meine Mitarbeiter? Genau diese Weitsicht möchte ich euch ans Herz legen.

Wenn ihr die Teamfähigkeit und die Zukunft im Blick habt, dann findet ihr sie schnell: die besten Benefits für eine lange, gute Zusammenarbeit mit eurem Team sind immer die passenden Rahmenbedingungen für wirksame Arbeit!

Euer Mike

 

PS: Für weitere Impulse: Wohlfühlstunden braucht kein Mensch

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